Die Potenzierung ist eine besondere Zubereitungsart der homöopathischen Arzneien.
Sie bewirkt einerseits eine Verringerung der absoluten Menge der Arzneisubstanz und dadurch eine Verringerung der Nebenwirkungen. Andererseits bewirkt sie eine Steigerung der Wirksamkeit. Sie bringt heilende Eigenschaften hervor, die im Urzustand nicht zutage treten. Zudem schließt sie den Ausgangsstoff so auf, dass seine Wirkungen über die rein körperliche Ebene hinaus gehen. (Dies müssen sie ja auch, denn sonst könnte die Lebenskraft ja auch nicht umgestimmt werden siehe auch Rubrik ”Krankheitsbegriff”)
Beispielsweise macht die Potenzierung aus bloßem Kochsalz, wie wir es in der Küche verwenden, ein hochwirksames homöopathisches Heilmittel.
Beim Mittel Lachesis, das in seinem Urzustand ein tödliches Schlangengift ist, erreicht die Potenzierung, dass das Mittel bei der Verabreichung in homöopathischer Aufbereitung nicht mehr vergiftend wirkt.
Der Vorgang läuft folgendermaßen ab: ich beschreibe es mit den C-Potenzen. Es gibt auch noch D/LM/Q-Potenzen.
Von der Grundsubstanz eines Arzneimittels wird 1 Teil mit 99 Teilen Alkohol als Trägerstoff verschüttelt. Verschüttelt heißt, nicht nur ein bisschen verrühren, sondern mit kräftigen Schüttelschlägen arbeiten!
Dies ergibt die C1. Von dieser C1 wird wieder ein Teil 99 Teilen Alkohol verschüttelt zur C2 dieser Vorgang wird immer weiter durchgeführt, bis zu C30, C200 etc.
Es kann auch mit Wasser potenziert werden, allerdings sind diese Zubereitungen dann nicht besonders haltbar. Weiterhin gibt es auch noch die Methode des Verreibens mit Milchzucker.
Oft wird der Vorwurf erhoben, in den Arzneien ist ja nichts mehr drin, es hilft nur wenn man dran glaubt.
Jeder Chemiker wird bestätigen, dass ab einer best. Potenzhöhe kein einziges Molekül der Grundsubstanz mehr zu finden ist.
Die Homöopathie wirkt eben nicht über die Menge an Arzneisubstanz, sondern durch ihren Informationsgehalt. Die Potenzierung macht die Information für den Organismus sozusagen ”lesbar”.
Verdeutlichen kann man es so: Gesetzt den Fall sie lassen einen Zettel mit einer Telefonnummer chemisch analysieren. Würde der Chemiker dann die Telefonnummer nachweisen? Er könnte Ihnen sicher genau sagen, welche Bestandteile der Zettel hat, aber eine Telefonnummer....war da nicht drin.
So erklärt sich die Potenzierung: wir schreiben auf den Trägerstoff die Information der Grundsubstanz.
Ganz nebenbei erklärt sich hiermit auch, warum in der Homöopathie nur mit so kleinen Kügelchen gearbeitet wird: eine Information braucht normalerweise nur einmal gegeben zu werden, sie wird nicht ”mehr” nur weil man sie in einer größeren Anzahl gibt. Bildlich ausgedrückt: wenn ich Ihnen ein Buch gebe, dann gebe ich Ihnen eine bestimmte Information.
Wenn ich Ihnen 10 gleiche Bücher gebe, dann haben Sie eben nicht 10mal mehr Information erhalten!
Die Unterscheidung , welche Potenz verordnet wird, hängt ab vom Krankheitszustand des Tieres, seiner noch vorhandenen Reaktionskraft und der Dauer der Erkrankung.
Es ist allerdings bei der Verordnung am wichtigsten, herauszufinden, welches Heilmittel zur Anwendung kommt, die Potenzwahl ist die zweitwichtigste Frage.