Wie schon in der Überschrift steht, werden kranke Tiere, keine Krankheiten behandelt. Für jedes Tier wird eine genaue Anamnese gemacht, d. h. die Symptome werden genau notiert. Mögliche Auslöser der Symptome werden erfragt.
Das ist aber nicht alles. Besonderes Augenmerk legen Homöopathen auf die Gemütssymptome, auf die Modalitäten, auf Außergewöhnliches.
All diese Informationen ergeben zusammen das Krankheitsbild, welches dann zur Mittelfindung mit den Arzneimittelbildern verglichen wird.
Praktische Hinweise:
Wenn Sie einen Homöopathen zur Behandlung Ihres Tieres bestellen, sorgen sie bitte für:
ausreichend Zeit, eine gründliche Befragung kann bis ca. 2h dauern
möglichst keinen Menschenauflauf drum herum, auch wenn Homöopathie noch etwas exotisch scheint
verändern sie die normalen Lebensbedingungen des Tiers nicht, denn die Haltungsbedingungen sind unter Umständen ein wesentlicher Bestandteil des Krankheitsgeschehens
möglichst genaue, mit Datum versehene Notizen, welche Vorbehandlung,( auch von Ihnen selbst!) stattgefunden hat, mit welchen Medikamenten, in welchen Zeitabständen. Vor allem auch: wie das Tier hierauf reagiert hat!
Zu den Notizen: es ist mega-ober-super wichtig, solche Notizen zu machen. Meist vergisst man nämlich, wann ein Medikament gegeben wurde, und bei genauerem Nachsinnen stellt man erstaunt fest, wie lang es schon her ist. Logisch, dass man dann nicht mehr alles genau weiß.
Also nochmals: alles notieren, auch Impfungen, Wurmkuren etc. und möglichst ein, zwei kurze Sätze, ob und was nach/vor der Medikamentengabe auffällig war.
Mit solchen Protokollen können auch sie selbst feststellen, was Ihrem vierbeinigen Liebling genutzt hat, und was nicht. Zudem wird ein VERLAUF in der Krankheitsgeschichte erkennbar!
Wenn dann die Behandlung begonnen wird, sind wiederum Sie, liebe Leser und Tierfreunde, gefragt, denn nun wird es ganz besonders schwierig:
das Schwerste überhaupt in der homöopathischen Behandlung eines Tieres wird von Ihnen, liebe Tierhalter verlangt und das ist:
Geduld, Geduld, Geduld, Geduld, und noch mehr Geduld.- Warum?
Beispiel: Ein Hund hat einen fieberhaften Infekt. Dieser wird unterdrückend behandelt, der Infekt geht, dafür wird der Hund asthmatisch, dies wird wieder unterdrückt, der Hund bekommt Herzprobleme und wird lethargisch. (Dies ist der schon oben erwähnte Verlauf.)
Am diesem Beispiel sehen wie, wie eine Krankheit von außen nach innen läuft: erst war es nur ein Infekt, der Körper hat diesen auch schon ”in Arbeit”, wird aber dabei gestört. Danach geht es schon eine Stufe tiefer, zur Lunge, danach wandert es weiter zum lebenswichtigen Herz. Eine homöopathische Behandlung würde versuchen, diesen Verlauf wie einen rückwärtslaufenden Film umzukehren. Jetzt wird Ihnen sicher klar, dass dann konsequenter weise zum Schluß nochmals der Husten auftauchen könnte/müsste. (Heringsche Heilungsregel) Klar wird an diesem Beispiel auch, dass eine homöopathische Behandlung diese Krankheitsereignisse als zusammenhängend sieht, nicht nur als bloße Aneinanderreihung. Wir Homöopathen sehen Krankheiten nicht als isolierte Ereignisse!
Bitte erschrecken Sie nicht vor diesem Wust von Aufgaben. Naturheilkunde wird nicht wie ein Eimer übergestülpt, sondern ist konkret auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Sie sind der Beobachter, der schauen muß, wie es Ihrem Tier geht. Sie sind derjenige, der ggf. in der Haltung etwas ändern muß.
Ist es nicht so, dass man auch gerne selbst etwas zur Gesundung seines vierbeinigen Lieblings beiträgt?
Manches ist sogar billig und mit einfachsten Mitteln zu machen.